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04.03.2021
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Titelbildausschnitt ÖNORM H 5411

Neue ÖNORM H 5411:

Fasst Anforderungen zusammen

Mit der finalen Fassung der ÖNORM H 5411 wurde die neue Planungs- und Ausführungsnorm für sanitäre Einrichtungsgegenstände veröffentlicht. Sie fasst die Anforderungen der ÖNORM B 5411 und der ÖNORM H 5412 sowie wichtige, nicht barrierefreies Bauen betreffende Anforderungen der ÖNORM B 5410 zusammen.

Martin Taschl

Die Inhalte wurden technisch überarbeitet und nach Abstimmung mit der OIB-Richtlinie 3 um Bedarfszahlen für verschiedene Anwendungsbereiche ergänzt. Damit sind alle normativen Anforderungen nun in einer ÖNORM zusammengefasst. Die ÖNORM H 5411 ist seit 1. März 2021 gültig.

Wer hat sich nicht schon selbst darüber geärgert, wenn die räumlichen Verhältnisse auf der Toilette eine ordnungsgemäße Nutzung kaum möglich machen? Immer wieder kommt es vor, dass unzureichende Platzverhältnisse oder aufeinander nicht abgestimmte Sanitäreinrichtungsgegenstände die Nutzung der Sanitäranlagen vermiesen. Und auch der Wasserstrahl beim Waschbecken trifft häufig direkt in das Ablaufventil und spritzt das kontaminierte Sperrwasser aus dem Sifon zurück auf Waschbecken und Armatur. Dies ist aus hygienischen Gründen unbedingt zu vermeiden und führt in Einrichtungen des Pflege- und Gesundheitswesens zu Reklamationen im Zuge der Inbetriebnahme. Die Mängelbehebung erfordert mitunter den Austausch von Armaturen oder Becken und kann den ausführenden Betrieb so teuer zu stehen kommen.

Martin Taschl, Generalsekretär FORUM Wasserhygiene

Um diese Missstände bereits in der Planungs- und Errichtungsphase zu unterbinden, wurde die ÖNORM B 5411 grundlegend überarbeitet. In Zuge dessen wurde im Sinne eines einfacheren Zugangs auch die ÖNORM H 5412 eingearbeitet und das Vorgängerdokument mit 1. März 2021 zurückgezogen. Nicht zuletzt enthielt auch die zurückgezogene ÖNORM B 5410 wichtige Hinweise für die Planung von Stellflächen und Abstände. Während die Anforderungen an barrierefreie Bereiche bereits in die ÖNORM B 1600 eingeflossen sind, wurden nun wichtige Anforderungen an nicht barrierefreie Bereiche übergenommen. Ergänzt wurde die als ÖNORM H 5411 veröffentlichte Norm in Bezug auf Ausstattung und Mindestbedarf von Sanitärausstattungsgegenständen, die in Abhängigkeit von der Nutzung des Bauwerkes festgelegt wurden. Die Anforderungen wurden mit der OIB-Richtlinie 3 abgestimmt und zur Information der Anwender mit Verweisen auf gesetzliche Bestimmungen sowie relevante Richtlinien und Merkblätter ergänzt.

Gerade bei wandmontierten Einrichtungsgegenständen ist die richtige Montagehöhe wesentlich für ihre Gebrauchstauglichkeit. Um dem Anstieg der durchschnittlichen Körpergröße seit dem Beginn der 90er-Jahre gerecht zu werden, wurden im Zuge der Überarbeitung die oberen Grenzwerte der Montagehöhen angehoben. Wichtig ist, dass abweichende Montagehöhen nunmehr unbedingt mit dem Auftraggeber abzustimmen sind. So können die ausführenden Unternehmen gefahrlos persönlichen Vorlieben und Bedürfnissen in Einzelfällen oder bei besonderen Personenkreisen entsprechen, ohne im Nachhinein mit einer Reklamation wegen Nichteinhaltung normativer Vorgaben konfrontiert zu werden.

Neu aufgenommen wurden in der früheren ÖNORM B 5410 enthaltene Mindestanforderungen betreffend Abstände, Stell- und Bewegungsflächen. Diese dienen als Planungsgrundlage zur Dimensionierung von Räumlichkeiten unter Berücksichtigung der vom Planer vorgesehenen Ausstattung. Die Vorgaben sollen sicherzustellen, dass übliche Einrichtungsgegenstände ohne Einschränkungen genutzt werden können, stellen jedoch keine Maßanforderungen an die Sanitärräume selbst dar. Vor der Anschaffung oder Erneuerung von Einrichtungsgegenständen sind die Räumlichkeiten jedenfalls auf ausreichende Platzverhältnisse zu überprüfen.