HAUSTEC-online

Sie befinden sich hier: HOMENachrichtenAktuellNews
04.05.2020
Zur Vergrößerung anklicken

Es ist machbar:

Mehr Grünes Gas für die Raumwärme

In Österreich gibt es ausreichend Potenziale, um den Raumwärmemarkt mit Erneuerbaren Gasen zu versorgen, sagt der Fachverband Gas Wärme. Konventionelle Gasthermen harmonieren bestens mit dem Gas der Zukunft.

Friedrich Katz

"Die Gasendgeräte in Österreichs Häusern und Wohnungen sind Green-gas-ready. Das heißt, sie funktionieren mit umweltfreundlichem, erneuerbarem Gas genauso zuverlässig wie mit konventionellem Erdgas. Diese Sicherheit können die Konsumentinnen und Konsumenten jetzt schon haben", sagt DI Peter Weinelt, Obmann des Fachverbands Gas Wärme und stellvertretender Generaldirektor der Wiener Stadtwerke.

Enorme Potenziale

Österreich verfügt über ein Biomethanpotenzial von bis zu vier Milliarden Kubikmeter pro Jahr. Das liegt deutlich über der derzeitigen Nachfrage für den Raumwärmemarkt von zirka zwei Milliarden Kubikmeter Gas. Darüber hinaus besteht, je nach Ausbau der erneuerbaren volatilen Stromproduktion, ein heimisches erneuerbares Wasserstoffpotenzial von zwei Milliarden Kubikmeter pro Jahr. "Damit diese Potenziale gehoben werden können", fordert Weinelt "planbare Rahmenbedingungen und ein marktbasiertes Fördermodell zur Einspeisung von grünem Gas ins Gasnetz." Mit der Hebung der Biomethanpotenziale aus biogenen Reststoffen kann sofort begonnen werden.

Gas ist die günstigste Art zu heizen

Haushalte, die mit einem Gas-Brennwertgerät heizen, kommen zudem am günstigsten durch den Winter: Der Heizkostenvergleich der Österreichischen Energieagentur, der alle Kosten vom Kauf des Geräts über die Energie bis zur Wartung berücksichtigt, zeigt: Mit einem Gas-Brennwertgerät kommen Haushalte in Österreich am günstigsten durch die kalte Jahreszeit. Unter den in Österreich gängigsten Heizungen wie Fernwärme, Wärmepumpen, Pelletsheizungen, Gas- oder Öl-Brennwertgeräte sind die Heizkosten mit Gas am niedrigsten. Das gilt gleichermaßen für Neubauten wie für thermisch sanierte und nicht-sanierte Altbauten.

Kostengünstige Dekarbonisierung

"Der Umstieg von klassischem Erdgas auf Erneuerbares Gas ermöglicht den Konsumenten die Versorgung mit erneuerbarer Wärme, ohne eine kostspielige Umstellung der Gasheizung auf ein anderes Heizsystem", so Weinelt abschließend. Die Nutzung der bestehenden Gasinfrastruktur durch etwa eine Million Gasheizungen in österreichischen Haushalten sowie die Gasleitungs- und Speicherinfrastruktur spare in Summe Umrüstungskosten von bis zu elf Milliarden und ermögliche eine sozialverträgliche Dekarbonisierung des Wärmemarkts.

Über Gas: Gas nimmt in der umweltbewussten Energieversorgung eine Schlüsselrolle ein: Die Energie der Zukunft lässt sich effizient und komfortabel fürs Heizen, die Warmwasserbereitung, Kälte- und Stromerzeugung und als Kraftstoff für Automobile einsetzen. Gas verbrennt ohne Feinstaub und Partikel und ist damit der emissionsärmste fossile Energieträger. Mit Biomethan aus biogenen Reststoffen, synthetischem Methan (SNG) aus erneuerbaren Stromquellen und Wasserstoff bietet Gas auch grüne Alternativen. +