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13.06.2016
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Interbad 2016:

Österreich als Innovationstreiber

Gesundes Wachstum: Spa und Wellness boomen in der Alpenrepublik und daraus resultiert auch die hohe österreichische Präsenz, sowohl bei den Ausstellern als auch den Besuchern.

Erich St. Peischl

Zwischen Vorarlberg und Burgenland ist Wohlfühlen ein Wirtschaftsfaktor: Im internationalen Spa-, Wellness- und Gesundheitstourismus belegt Österreich einen der vordersten Plätze. Der Alpenrepublik komme hier "eine hohe Bedeutung als Innovationstreiber" zu, sagt Andreas Wiesinger von der Messe Stuttgart. Im Geschäft mit hiesigen Anbietern und Abnehmern entsteht eine klassische Win-win-Situation: Deutschland ist touristischer Quellmarkt, Absatz- und Arbeitsmarkt zugleich. Auch im öffentlichen Sektor findet zwischen beiden Ländern ein reger Austausch statt, wie der Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen, Dr. Christian Ochsenbauer, bestätigt.

Als Leitveranstaltung der Branche stellt die Stuttgarter Fachmesse interbad (27. – 30. September) für den südöstlichen Nachbarn daher eine wichtige Plattform dar. In den "Top 5" der Besucherzahlen lag Österreich 2014 nur einen Prozentpunkt hinter dem Erstplatzierten Schweiz, und bei den ausländischen Ausstellern steht das Land traditionell an der Spitze. Auf der interbad 2016 übersteigt die von österreichischen Unternehmen gebuchte Fläche bereits Monate vor Messebeginn die Zahlen der Vorveranstaltung.

Gewachsene Strukturen: Leidenschaft und Innovation

Peter Embacher vom österreichischen Infrarotkabinen-Hersteller Physiotherm unterstreicht die Bedeutung des deutschen Marktes: Neben Privatkunden bilde insbesondere die Hotellerie ein "wichtiges Standbein" für das in Thaur ansässige Unternehmen, das in Treuen/Sachsen ein großes Werk errichtet hat. "Im Süden Deutschlands gibt es praktisch kein Wellness-Hotel ohne Infrarotkabine. Dort sind unsere Produkte für den Kunden erlebbar – und natürlich auch auf der interbad." Die österreichische Wellness- und Gesundheitsbranche fuße auf gewachsenen Strukturen. "Oft haben vor zwei, drei Generationen Landwirte einen Gasthof eröffnet. Die Wellness-Hotels sind daher großteils eigentümergeführt und werden mit Leidenschaft betrieben. Wellness hat seine Wurzeln in Österreich." Ein bekannter Wellness-Pionier ist Paul Haslauer, der Anfang der Sechziger das Heilmoor des väterlichen Grundstücks als Kurpackung auf den Markt brachte.

Wirtschaftsmotor: Tourismus und Freizeit

Großes Potenzial steckt im Tourismus. Die direkte und mittelbare Wertschöpfung der österreichischen Fremdenverkehrs- und Freizeitwirtschaft macht einen ansehnlichen Teil des Bruttoinlandsproduktes aus. Mit einem satten Umsatzplus von 5,6% (2015) blickt man auf ein weiteres Rekordjahr zurück. Eine erfreuliche Entwicklung, von der letztlich auch die interbad profitiert, denn insbesondere der Wellness-, Gesundheits- und Spa-Tourismus gilt in Österreich als Wachstumssektor. Die Faktoren dafür seien durchaus vielschichtig, meint Embacher. Nicht unwesentlich sei der anhaltende Trend zu mehreren Kurzurlauben im Jahr, bei denen der Gast gern auf ihm bereits bekannte Nahziele zurückgreife. "Damit steigen Niveau und Anforderungen. Der Gast ist gut informiert und erwartet ein Ergebnis." Vielerorts sei daher eine Spezialisierung auf Medical Wellness, Detox oder Anti-Aging zu beobachten.

Herausforderung und Chance: Klimawandel

Einen weiteren Zuwachs verspricht ausgerechnet der Klimawandel. Durch ansteigende Temperaturen seien in den Skigebieten und Wintersportgemeinden "deutlich ungünstige Konsequenzen" zu erwarten, heißt es in einer aktuellen Zukunftsstudie des österreichischen Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW). Damit einher gehe jedoch eine Zunahme von "Schönwetterperioden", was künftig eine "Verlängerung der Sommervor- und Nachsaison" erwarten lasse. Zudem eröffneten Hitze- und Trockenperioden etwa an den mediterranen Küstenzielen "Chancen für den österreichischen Tourismus". Gerade im Bereich Kur- und Gesundheitstourismus seien "überdurchschnittliche Chancen gegeben". +