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11.04.2017
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DI Peter Taupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energie Agentur

Smart Meter Studie:

Großes Potenzial, geringe Zahlungsbereitschaft

Hohe Erwartungen bei finanziellen Einsparungen – Großes Interesse beim Thema Energiesparen, Nutzerverhalten ändert sich aber nur langsam – Top 5 der interessantesten Smart Meter Dienstleistungen.

Irmengard Katz

"Im allgemeinen können die Menschen mit dem Thema Smart Meter noch wenig anfangen. Unter jenen, die bereits einen Smart Meter besitzen, hat jedoch eine beachtenswerte Anzahl großes Interesse und hohe Erwartungen an neue Dienstleistungen", fasst Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur, die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage zusammen. Die Studie wurde von der Österreichischen Energieagentur im Rahmen  des EU-Projekts "USmartConsumer", das sich mit dem Smart Meter-Markt in Österreich und andern EU-Ländern beschäftigt, durchgeführt. Der potenzielle Nutzen von Smart Metern wurde von den Befragten weder eindeutig positiv noch negativ eingestuft. 28 Prozent gaben an, dass sie einen Nutzen sehen, 31 Prozent verneinten dies und 40 Prozent hatten keine Meinung zu dem Thema.

Smart Meter Besitzer zeigen großes Interesse an neuen Dienstleistungen

Anders stellt sich die Lage bei Personen dar, die bereits einen Smart Meter besitzen. Diese zeigen nämlich deutliches Interesse an neuen Dienstleistungen, die mit den digitalen Stromzählern möglich werden.

Top 5 der interessantesten Smart-Meter Dienstleistungen

  • Alarmfunktion bei hohem Stromverbrauch (80 % zeigen Interesse)
  • Detaillierte Darstellung und Analyse des eigenen Energieverbrauchs (75 %)
  • Größere Tarifvielfalt (67 %)
  • Darstellung des eigenen Stromverbrauchs auf einem Display (61 %)
  • Automatische Steuerung von Elektrogeräten in Kombination mit flexiblen Stromtarifen (59 %)

"Auffallend sind die hohen Erwartungen in finanzieller Hinsicht: Über die Hälfte der Befragten, die Interesse an neuen Smart-Meter Dienstleistungen haben, gehen von Einsparungen von über 75 Euro im Jahr aus", erläutert Traupmann; Die Erwartungen an die jährlich erzielbaren Einsparungen durch neue Dienstleistung, die durch Smart Meter ermöglicht werden, im Detail: 26 % erwarten sich über 100 Euro weniger Stromkosten, weitere 26 % nennen 76 Euro und mehr und für 18 % müssten es 51 bis 75 Euro sein. "Interessanterweise ist das Interesse an einer monatlichen Stromrechnung statt einer jährlichen Abrechnung aber geringer als vermutet; Über 50 Prozent haben kein Interesse daran", so Traupmann.

Widerspruch: Stromsparen, ohne Verhalten zu ändern?

Bei all jenen, die laut eigenen Angaben wissen, was ein Smart Meter ist, zeigt sich eine Besonderheit: Knapp drei Viertel (73 %) führen an, dass sie prinzipiell starkes Interesse an neuen Dienstleistungen haben, wenn dadurch Strom gespart werden kann. Demgegenüber steht allerdings die Tatsache, dass zwei Drittel (67 %) derjenigen, die bereits einen Smart Meter besitzen, ihr Nutzerverhalten überhaupt nicht angepasst haben. Lediglich zwei Prozent haben es stark verändert; "Daraus lässt sich schlussfolgern, dass jene Dienstleistungen hohes Potenzial haben, bei denen der Kunde aktiv keinen Beitrag leisten und sein Nutzerverhalten nicht ändern muss.  Als vielversprechend könnten sich in diesem Zusammenhang Smart Home-Energiemanagement-Dienstleistungen in Kombination mit variablen Tarifen erweisen. Inwieweit in diesem Zusammenhang variable Tarife von Kundinnen und Kunden angenommen werden würden, muss allerdings noch genauer untersucht werden", analysiert Traupmann.

Geringe Zahlungsbereitschaft

Die Zahlungsbereitschaft für zusätzlichen Dienstleistungen ist allerdings nicht sonderlich ausgeprägt: 43 Prozent aller Befragten, die sich für Smart-Meter Dienstleistungen interessieren, würden jährlich 10 bis 40 Euro dafür ausgeben, nur 21 Prozent mehr als 40 Euro. "!us Sicht der Anbieter sind neue Dienstleistungen somit hauptsächliche als Kundenbindungs-Instrument zu sehen. Auf jeden Fall scheinen Aspekte wie zum Beispiel Sicherheit oder Komfort bei den Kunden stärker zu wiegen als die Energiespar-Dimension", so Traupmann.

Image besser als erwartet

Auf die Frage, ob sie von negativen Aspekten des Smart Meters gehört oder gelesen hätten, antworteten überraschenderweise über die Hälfte alle Befragten (54 %) mit einem "Nein"; !ls Hauptängste wurden die Themen Überwachung, Hacken des Zählers und Datendiebstahl angeführt.
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